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NRW-Polizei bringt Raser, Alkoholsünder und Gurtverweigerer mit Schock-Videos zur Vernunft
Mittwoch, 01 August 2007 | Autor: Innenministerium NRW

Szene aus dem Video, das von der Polizei zur Unfallprävention eingesetzt wird
Szene aus dem Video, das von der Polizei zur Unfallprävention eingesetzt wird
Ab sofort setzt die NRW-Polizei als bundesweiter Vorreiter gegenüber Rasern, Dränglern, Alkoholsündern und Gurtverweigerern Schock-Videos ein.  "Diese sollen nicht nur informieren, sondern auch wachrütteln und das gefährliche Verhalten drastisch vor Augen führen. Erste Erfahrungen in Gütersloh und Bielefeld zeigen, dass die Spots selbst rücksichtslose Autofahrer betroffen machen und zu einer vorsichtigeren Fahrweise führen", sagte Innenminister Dr. Ingo Wolf heute in Düsseldorf bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz des ersten Halbjahres 2007. Danach gab es entsprechend dem bundesweiten Trend mehr Tote und Verletzte als im Vorjahreszeitraum.


Die DVD mit Schock-Videos hat die nordrhein-westfälische Polizei aus internationalen Spots u. a. aus Großbritannien, Spanien und Österreich in den vergangenen Tagen zusammengestellt. Alle rund 360 Verkehrssicherheitsberater im Land erhalten sie in Kürze, um sie bei Kontrollen flächendeckend einzusetzen. Die Polizisten zeigen eins oder mehrere der ernüchternden Videos, die einen realistischen Bezug zu dem jeweils begangenen Verstoß haben.

Ein Kurzfilm zeigt beispielsweise, dass eine Mutter ihren quengelnden Jungen im Kindersitz nicht anschnallt. Plötzlich muss der Vater abrupt bremsen. Das Kind wird mit seinem Teddy durch die Windschutzscheibe geschleudert und verblutet auf der Straße. Danach zeigt der Clip das wünschenswerte Verhalten: Das Kind wird angeschnallt und überlebt.

Die Polizei in Gütersloh und Bielefeld nutzt bei Kontrollen abschreckende Videos bereits mit Erfolg bei Verkehrsrowdys. "Das gesprochene Wort allein ändert eine Einstellung nur begrenzt. Wissenschaftliche Studien aus Österreich und Großbritannien haben bestätigt, dass Schock-Videos nachhaltig wirken und für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. Das hat uns ermutigt, neue Wege zu gehen", erläuterte der Innenminister.

Schwerpunktmäßig werden die Clips eingesetzt, wo schwere Unfälle passieren. Außerdem werden sie jungen Fahranfängern beispielsweise in Schulen von Verkehrssicherheitsberatern gezeigt. Die Schock-Videos sind Bestandteil eines außergewöhnlichen Konzepts. "Damit wollen wir die derzeit negative Unfallentwicklung stoppen", erklärte Wolf. "Wir hatten im vergangenen Jahr ein besseres Ergebnis bei der Unfallbilanz, und daran wollen wir wieder anknüpfen", betonte der Innenminister.

NRW liegt  im bundesweiten Trend und schneidet nach wie vor unter den bevölkerungsreichen Flächenländern wie Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz am besten ab. Als Ursache für die  Unfallentwicklung sehen die Verkehrsexperten die extrem milden Wintermonate und den heißen April: Bei trockenen Straßen und schönem Wetter wird mehr, schneller und risikoreicher gefahren.

Im ersten Halbjahr 2007 starben 370 Menschen auf nordrhein-westfälischen Straßen. Dies sind 39 mehr als im Vergleichszeitraum 2006. Allerdings sank damals die Zahl der Verkehrstoten auf einen historischen Tiefstand.

Der kontinuierliche Rückgang der Verletzten in den letzten Jahren endete in den ersten sechs Monaten des Jahres 2007. Es wurden 4.960 Menschen mehr verletzt, was einem Rückfall auf das Niveau des Jahres 2003 entspricht. Insgesamt gab es 41.742 Verletzte. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle nahm um 11.039  (4 %) auf 281.434 deutlich zu. "Wir setzen auf eine qualitativ hochwertige Verkehrsüberwachung durch Polizisten, um die Zahl der Verkehrsunfälle wieder zu verringern", erklärte der Innenminister.
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