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Mysterium Wellness
Samstag, 17 Dezember 2005 | Autor: BLiCKpunkt Reisen

Was dahinter steckt und was demnächst kommt
von Barbara Platzer

Mysterium Wellness

Mysterium Wellness

Was ist der Unterschied zwischen Leonardo da Vinci, Galileo Galilei, Alexander von Humboldt und Wellness? Es gibt keinen. Samt und sonders handelt es sich um Universalgenies. Während die Stars der Wissenschaft ihre Zeit schon hinter sich haben, schwimmt Wellness gerade auf der Erfolgswelle. Von Aromatee bis Körperpflege, von Funktionssocken bis Raumduft, alles ist Wellness.

Was steckt hinter diesem Alles-und-Nichts-sagenden-Begriff? Es gibt zig Erklärungsansätze, aber gerade weil das Universalgenie unserer Tage auf tausend Hochzeiten tanzt, ist es schwer zu fassen. Einer sollte den Durchblick haben, schließlich ist er der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Wellness Verbandes. „Wellness ist eher eine Lebenseinstellung als ein kommerzielles Produkt“, gibt Jürgen Buch schon mal eine erste heiße Spur. Jürgen Stellpflug, der Chefredakteur des Öko-Test-Magazins Wellness, spezifiziert weiter: „Wellness ist in erster Linie ein Programm gegen den Alltagsstress. Für den einen ist Wellness ein Wochenende in einem Luxushotel. Für den anderen ein schöner Spaziergang oder ein tolles Essen mit Freunden. Wellness ist das Ziel, mit allen Sinnen zu genießen, um Körper und Seele in Einklang zu bringen.“

Auf deutsch heißt das achte Weltwunder in jedem Fall „Wohlbefinden“. Das hilft doch schon mal weiter. Sich wohlfühlen, das will jeder. Alle Branchen versuchten und versuchen daher, das Wohlfühlen für sich zu beanspruchen und zu nutzen. Einfachste Sanitär-Betriebe fabrizieren Luxus-Badewännchen mit integrierten Wellness-Komponenten. Und sie haben Erfolg. Mit Wellness-Duschgels aus dem Drogeriemarkt kam eine sinnliche Komponente in die beizeiten nervige Körperhygiene. Ebenfalls erfolgreich.

Wellness nichts als eine Vermarktungs-Masche? Manchmal scheint es so und die Verbraucher ahnen es wohl. Von nationaler Volksverdummung im großen Stil wurde zuletzt gesprochen (DIE ZEIT). Weil Firlefanz manchmal von Qualität nicht zu trennen ist, droht das verunsicherte Volk schon mal mit Liebesentzug. Da müssen Lösungsansätze her.

„Erst geprüfte Qualität führt wieder zu neuer Expansion“, lautet die These von Lutz Hertel dem Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Wellness Verbandes. Wellness gehöre im eigentlichen Sinn zu den Aufgaben des Gesundheitswesens. Es handle sich um eine Gesundheitsstrategie, die sowohl von der Weltgesundheitsorganisation, als auch vom Bundesgesundheitsministerium verfolgt und promoviert würde, stellt Hertel fest. Wellness als neues Wort für Prävention? „Große Krankenkassenorganisationen drängen jetzt auf die Zusammenarbeit mit dem Verband, um eine Qualitätsauslese für Wellness-Angebote im Rahmen neuer Versicherungsleistungen treffen zu können“, verrät Hertel weiter, der dabei konkret involviert ist.

Hotels und Resorts, die eigentlichen Initiatoren und Träger der Wellness-Welle, haben auch diese Zeit-Zeichen bereits erkannt. Der große Wellness-Kooperationspartner Beauty muss peu á peu der Vor- und Fürsorge für die Gesundheit weichen. Zumindest läuft es momentan auf eine gleichberechtigte Zuneigung hinaus. Und einen neuen Gattungsbegriff dafür gibt es auch schon: „Medical Wellness“.

Das Fünf-Sterne-Interalpen-Hotel Tyrol, in der Nähe des Renommier-Urlaubsortes Seefeld gelegen, bietet beispielsweise neben einem großzügigen Wellness- und Beautybereich neuerdings auch die Sparte „Interalpen Med“ an. Ein hochqualifiziertes Ärzteteam behandelt Gäste in den Bereichen Energie-Medizin, Anti-Aging, Kosmetische Medizin, Kardiologie, Innere Medizin, Akupunktur und Physiotherapie. Die bayerischen Nachbarn stehen dem in nichts nach. Die neue RupertusTherme in Bad Reichenhall bietet nicht nur die heilende und entspannende Wirkung der Sole, im Dr. Wolff-Zentrum gibt es auch Gesundheitsberatung, Tests und Präventivkurse in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen.

Auch in Österreichs sonnigstem Süden, im ThermenResort Warmbad Villach, wächst wieder zusammen, was zusammen gehört. Ursprünglich ein reines Kurbad, dann eine Fünf-Sterne-Wellness-Oase, wird Medical Wellness dort seit Neuestem mit Dermatologen und Venerologen bis hin zur ästhetisch-operativen Behandlung der Haut ausgedehnt. Die Österreicher waren in Sachen Wohlgefühl schon immer recht findig. Wie sie auch jetzt wieder beweisen. Destinationen, die die Brücke von reiner Schönheits-Wellness zur Gesundheits-Wellness mit elegantem Schwung schlagen, haben sich zu einer neuen Qualitätsmarke zusammen gefunden: „Best Health Austria“.

Zurück zur Ausgangsfrage. Was steckt hinter dem aufgeblasenen Begriff Wellness? Zugegebenermaßen, jetzt ist der Bauer auch nicht schlauer. Außer, dass das Unversalgenie Wellness den anfangs zitierten Vergleichspersonen noch näher gerückt ist: Leonardo da Vinci sezierte menschliche Körper, Galileo Galilei träumte vom weißen Kittel und baumelndem Stethoskop. Doch dann faszinierte ihn die Physik und Mathematik noch mehr. Kommt als nächstes jetzt die „Mathematical Wellness“? Warten wir’s ab.

Informationen zum neuen Trend „Medical Wellness“ gibt es unter:
www.interalpen.com
www.rupertustherme.de
www.warmbad.at

Quelle: MAROUNDPARTNER GmbH, House of Communication



Detlef Klemme
BLiCKpunkt-Reisen

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